CDU/CSU und SPD haben sich auf einen Koalitionsvertrag geeinigt. Sollte das Votum der SPD-Mitglieder positiv ausfallen, erhält Deutschland also erneut eine Große Koalition als Bundesregierung. Ich habe mir den Koalitionsvertrag genauer angesehen und ihn auf Social Entrepreneurship und Zero Waste geprüft.

Meine Analyse für den Social Entrepreneurship Bereich findest Du hier.

Und wie schaut's nun aus mit der Abfallvermeidung? Nachdem der Klimaschutz ja mehr aus Absichtserklärungen besteht und Kohleausstieg in eine Kommission verlagert wurde (sehr weitsichtig), war ich schon mal froh, dass ich überhaupt die Wörter „Plastik“, „Abfall“ und „Müll“ in dem Dokument entdecken konnte.

Was tut die GroKo gegen den ganzen Müll?

Ich habe Euch mal die Passagen zusammengestellt, die für unser Thema relevant sind und ein paar Hervorhebungen vorgenommen:

Internationaler Meeresschutz (S. 138)

„Wir werden der übermäßigen Nutzung der Ozeane entgegenwirken und den Schutz der Meere insbesondere vor Vermüllung verbessern.“

Kreislaufwirtschaft (S. 139/140)

  • Weiterentwicklung des erfolgreichen deutschen Modells der Kreislaufwirtschaft
  • wollen Abfallvermeidung und Recycling stärken
  • wollen Einsatzmöglichkeiten für recycelte Materialien verbessern (Anreize und mögliche gesetzliche Pflichten prüfen)
  • wollen Produktverantwortung weiterentwickeln (Langlebigkeit, Reparierbarkeit, …)
  • „Bei der Einweg-Mehrweg-Diskussion setzen wir auf Wissenschaftlichkeit und den größten ökologischen Nutzen. Deshalb werden wir für Ökobilanzen als Entscheidungsgrundlage zügig die einheitliche Methodik weiterentwickeln“ (S. 140).

 Viel wollen - wenig machen

Ja und länger musste ich auch gar nicht suchen, da hatte ich schon alle relevanten Stellen beinander. Lässt sich festhalten: Dreimal „wollen“, zweimal „werden“. Alle Ideen, die im Koalitionsvertrag festgehalten und aufgezählt sind, finde ich begrüßenswert. 

ABER: Es gibt keine einzige konkrete Maßnahme, die uns auch nur einen Schritt weiterbringt. Keine einzige! Ökobilanz weiterentwickeln? Schön. Aber wir brauchen handfeste Instrumente, mit denen wir der Müll-Problematik auch tatsächlich Einhalt gebieten können. Allein im Zusammenhang mit Einsatzmöglichkeiten von recycelten Materialien sollen Anreize und gesetzliche Pflichten geprüft werden. Prüfen! Man könnte auch mal mutig etwas ausprobieren. Das Beispiel der Plastiktüte hat gezeigt, dass finanzielle Anreize bei der Müllreduktion helfen. Oder wie wäre es mit verbindlichen Mehrwegsystemen? Und wieso nimmt man sich kein Vorbild an Schweden, das die Mehrwertsteuer für Reparaturen gesenkt hat?

Natürlich gibt es sehr viele Themen, die eine Bundesregierung bearbeiten muss. Natürlich wird Abfallvermeidung niemals die Priorität Nummer Eins erlangen (und das ist auch gut und richtig so).

Dass aber angesichts des beschämenden Titels als „Müll-Europameister“ keinerlei Handlungsbedarf gesehen wird, und in den letzten Jahren ein wahrer Boom an Unverpackt-Läden und „zerowaste“-Initiativen entstanden ist, der stets mit großen Worten von der Politik gelobt und begrüßt worden ist, macht mich fassungslos. Denn trotz all dieser Maßnahmen und unzähliger Aufklärungskampagnen steigt die Müllproduktion in Deutschland. Und damit der Ressourcenverbrauch und die Vermüllung unserer Umwelt.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Bereich der Abfallvermeidung symptomatisch für die Klimaschutz-Ziele der GroKo in spe ist: Absichtserklärungen ohne Zielsetzungen und Konkretisierungen. Umweltbewusstsein ist in der Bevölkerung angekommen. Woran es fehlt: die Umsetzung. Und da hat die GroKo nicht geliefert. Es gibt keine Idee, wie das Problem von zu viel Plastik, Müll und zu wenig Recycling angegangen werden könnte. Das bestehende System wird einfach weiter verwaltet. So wird das nichts mit dem Schutz unseres Planeten!

Die Autorin Anika Landsteiner hat mich Januar 2018 in ihren Podcast "ÜberFrauen" eingeladen. Wir haben über Visionen, Entwicklungen und Nein-Sager gesprochen. Und natürlich über Umweltschutz und Nachhaltigkeit! Viel Freude beim Reinhören.

Folge 04: Entwicklungen in der Selbstverwirklichung mit Julia Post

Julia Post ist Gründerin der Initiative „Coffee to go again“, hinter der eine Aufklärungskampagne zum Thema ‚Mehrwegbecher‘ steht. Mittlerweile arbeitet sie als Social Entrepeneur (= soziale Unternehmerin) und berät Social Businesses, beispielsweise Hilfsorganisationen, bei ihrer Entwicklung. Apropos Entwicklung, denn darüber sprechen wir. Julia findet, dass der Fokus ganz generell viel zu stark auf dem Ziel, anstelle auf der Entwicklung liegt. Anhand von Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen, die in ihrem Leben große Rollen spielen, erzählt sie Geschichten aus ihrem Leben – und wie sie die Brücke baut zwischen gesellschaftlichen Themen und der Politik, in der sie als ehrenamtliches Vorstandsmitglied von Bündnis 90/Die Grünen in München tätig ist.


In dieser Folge erfahrt ihr…

… warum Entwicklungen oft spannender als Ziele sind

… warum es trotzdem wichtig ist, eine Vision zu haben und was der Unterschied zwischen Vision und Ziel ist

… welche politischen Schritte in puncto Nachhaltigkeit jetzt wichtig sind und warum wir im Alltag bereits an unsere Grenzen gekommen sind

… warum etwas einfach zu machen alles im Leben verändern kann

… weshalb wir viel mehr über Arnold Schwarzenegger wissen sollten

… welche Autorin Julia bewundert. 

Das Campus Magazin von ARD Alpha hat mich zum Thema Nachhaltigkeit interviewt. Seht hier den kompletten Beitrag. 

Das vorletzte Türchen am Adventskalender öffnen und morgen ist dann der große Tag... Ich freue mich sehr, dass ich einen Beitrag zum 23. Türchen bei der WWF Jugend beisteuern durfte. Habt schöne Feiertage!

Meine Gedanken zu Weihnachten:

„An Weihnachten lasse ich das Jahr gerne Revue passieren und denke viel darüber nach, wie es im nächsten Jahr weitergehen soll: Womit bin ich zufrieden? Wo gibt es Unstimmigkeiten für mich? Seitdem ich mich ehrenamtlich für grüne Themen engagiere, hat mein Leben sehr an Geschwindigkeit zugenommen. Ja, das ist manchmal Stress und bringt auch viel (An-) Spannung in den Alltag. Vor allem aber hat es so viel Neues in mein Leben gebracht. Ich bin als Person sehr an all diesen Erfahrungen gewachsen und bin dankbar für diesen immateriellen Reichtum, den mir mein ehrenamtliches Engagement beschert hat. Daher kann ich nur allen raten, die eine Idee oder einen Traum haben: Mach Dich auf den Weg, und Du wirst belohnt!“

Und hier lest Ihr den kompletten Beitrag.

 

Ganz herzlichen Dank für diese wunderbaren Tage in Minsk beim deutsch-belarussichen NGO-Forum! Natalyia von der Umweltorganisation Eco Idea hat ein ähnliches Projekt wie Coffee To Go Again in Weißrussland ins Leben gerufen, das sich "My Cup, please!" nennt. Sie hat mir heute nicht nur die Stadt gezeigt, sondern wir hatten vor allem richtig viel Zeit, um uns über Herausforderungen von NGOs im Umweltbereich in Deutschland und Weißrussland austauschen. Was sind aktuelle Themen? Organisationsprozesse, Möglichkeiten von Finanzierung, Gewinnen von Unterstützer*innen undundund… Die Münder standen nicht still ;-) Hier drückt der Schuh übrigens bei der Radinfrastruktur, bei der Transformation des Energiesektors und bei der Umstellung auf eine ökologische Landwirtschaft. Woher kenn ich das bloß?? Diese Tage waren sehr lehr- und erkenntnisreich für mich und eine persönliche Bereicherung. Vielen Dank für diese Einladung und die Möglichkeit zum internationalen Austausch. Wirklich unvergesslich! Euch allen nun eine gute Weihnachtszeit.